Im Zug geschrieben... .
Es geht los!
Es soll eine superentspannte Bahnfahrt werden.
Mein Wägelchen steht wohlbehütet im Parkdeck in Spandau.
Abfahrt um 06:07 Uhr von Spandau in die Schweiz nach Klosters zum Swiss Alpin Marathon.
Betina hat das alles arrangiert.
Großartig.
Jetzt kommen schon die Berge in Sicht.
Die Regenfront scheint auch vorüber zu sein. So langsam steigt der Adrenalinspiegel.
Die kommenden Tage werden spannend und kräftezehrend werden.
Es wird einen Berglauf in der Höhe geben....für uns Flachlandtiroler nur 21 km-der K 23 Lauf.
Zwei Tage werden wir mit dem MTB unterwegs sein.
Höhenmeter schrubben sind angesagt und natürlich immer ein kleines Läufchen zum Abschluss.
Was uns sonst noch alles erwartet, wir sind gespannt!
Donnerstag, 27.07.2017, 12.45 Uhr
2. August, 09:30 Uhr!
Ich habe verschlafen!!!!
Egal !
Die letzten Tage waren so was von unbeschreiblich.
Nun wird erst einmal nachgearbeitet... . Garten,Wäsche, Einkauf und was alles so "liegen" geblieben ist...
3. August, 03:30 Uhr
Jeder Plan ist nur ein Plan.
Die vor Ort Entscheidungen, waren die besten!
Die DB und die Schweizer Bahn, die Rhätische, brachten uns auf die Minute ans Ziel.
1. Klasse für solch eine Strecke bis fast nach Klosters.
Kein Gedränge.
Keine Staus.
Internetanschluss, Streckeninfo der DB.
Man konnte so immer genau verfolgen wo man war.
Ich habe die Tankstellentoiletten nicht vermisst!
Auf der Hinfahrt 3 bzw Rückfahrt 2 x ruhig und entspannt umsteigen nach Plan.
Nach exakt 12 Stunden waren wir auf der Rückfahrt wieder in Spandau.
Wäre da die eine Stunde Verspätung wegen Unwetter nicht gewesen, noch eine Stunde weniger.
Traumlandschaften vom Zug aus zu betrachten brachten Vorfreude auf die kommenden Tage.
Betina als gelernte Bahnerin, ließ sich das mobile Büro der Privatbahnmitarbeiter erklären.
Hier ticken die Uhren anders. Haben die Schweizer die Zeit gemacht?
Man hatte Zeit sich diese auch zu nehmen.
Immer und überall-man hatte den Eindruck extra für uns!
Wer hats erfunden?
Natürlich die Schweizer!!!
Hätten wir die Unterlagen besser durchgelesen... .
Also mit Buchung der Startunterlagen gab es gratis Bahnfahrten in der Schweiz bis zum Wettkampfort!
Man musste sich nur diesen Schein ausdrucken.
Noch eine Überraschung -in Germany undenkbar- mit Buchung des Hotels und Mitnahme einer Hotelkarte, konnte man die regionalen Strecken der Bahn und Busse bis Davos, die <Seilbahnen>inklusive, kostenfrei benutzen!
Die Fahrt zur Zugspitze allein kostete über 50 Euro!!!!
SOLLTE man wissen!
Die Begrüßung in der Schweiz:
Es ist ein absoluter Unsinn zu glauben, dass alle Schweizer und Schweizerinnen ‚Grüezi‘ zur Begrüssung sagen ! Diese Begrüssung ist eine unter vielen. Zum Beispiel sagt man in meinem Heimatkanton Basel auch gern ‚Sali‘ oder ‚Salü‘ (= Salut), ‚Tschau‘ (= Ciao) oder ‚Hoy‘, wenn man die Person, die man begrüsst besser kennt, sie also duzt! ‚Guete Morge‘, ‚Guete Tag‘ und ‚Guete(n) Obig‘ werden je nach Tageszeit gebraucht. Auch das Wort ‚Grüezi‘ wird je nach Kanton variiert, so gibt es auch “Grüazi”, “Grüessech” oder “Griezi” ! Diese Begrüssung wird in der ganzen deutschsprachigen Schweiz (ausser dem Wallis) als Gruss zu jeder Tages- und Nachtzeit gebraucht – jedoch nur, wenn man mit der Person, die Du man grüsst, per Sie ist.
Die Begrüßungsformen hängen sowohl von der Sprache also auch vom Kanton ab ! In der französischsprachigen Schweiz benutzt man “Bonjour” und “Bonsoir” bei fremden Personen, “Salut” bei Bekannten als geläufigen Gruss. In der italienischsprachigen Schweiz wird “Buongiorno” und “Buonasera” bzw. “Ciao” gesagt. Und in der rätoromanischen Schweiz hört man “Bun di” und “Buna saira” sowie ebenfalls “ciao”.
Man sieht hier, dass vielsprachige Länder einander bis in die Grussformen hinein beeinflussen, denn dass ein Deutschschweizer ‚Sali‘ und ‚Tschau‘ sagt kommt aus den romanischen Sprachen !
Ausserdem belehrt uns der Reiseknigge darüber, dass man sich in der Schweiz die Hand zur Begrüssung gibt (Vorsicht, hier ist die Deutschschweiz gemeint !).Knigge meint folgendes zum ‚Grüezi‘ von Ausländern: „Grundsätzlich ähnelt das der Begrüßung etwa Deutschlands. Die Verwendung des Gruezi sollte man sich gut überlegen, zumal es von vielen Schweizern als eine Art Anbiederung betrachtet wird, wenn Ausländer Gruezi sagen.“ (http://www.benimmregeln-reise.de/benimmregeln_schweiz.html)
Man kann dazu anmerken, dass die Schweizer – ein bisschen wie die Flamen – es nicht so sehr gewöhnt sind, dass man ihre Sprache spricht und darum manchmal etwas verwundert sind, wenn ein Ausländer sie mit ‚Grüezi‘ anredet. Das kann jedoch auch auf positiven Boden fallen.
Ein persönlicher Kommentar von einem Deutschen in der Schweiz ist auf folgender Blogadresse zu finden, vielleicht können zukünftige Schweizreisende etwas daraus lernen (http://www.blogwiese.ch/archives/1365). Interessant an seinem Kommentar ist, dass er darauf hinweist, dass man nach ‚Tschau‘ bitte den Vornamen hinzufügen sollte, Begrüssungen also personalisieren sollte. Auch in der Schweiz gilt im Allgemeinen, dass nichts so heiss gegessen wird wie es gekocht wird… Also bitte keine allzu grosse Ängste entwickeln…
Zum Abschied gibt man sich erneut die Hand (wenn man sich nicht gut kennt) und sagt zum Beispiel ‚Uf Wiederluege (‚Luege‘ ist ein Wort, dass die Schweizer aus dem Mittelhochdeutschen bewahrt haben, also ein sehr altes Wort aus dem Mittelalter, das ‚schauen‘ bedeutet), ‚Adje (= Adieu), ‚Ade‘ (= Adieu), ‚Uf Wiederseh‘ (aus Deutschland übernommen) und wiederum Tschau (=Ciao). Man hört auch ‚Tschüss‘ und ‚Sali‘, die Begrüssungs- und Abschiedsformeln werden also ab und an vermischt.
Auf Französisch werden ‚au revoir‘, ‚adieu‘, ‚à bientôt‘ benutzt, auf Italienisch in der italienischsprachigen Schweiz ‚A presto!‘ (Bis bald!), ‚Arrivederci!‘ (Auf Wiedersehen!)‘, ‚Buona giornata!‘(Einen schönen Tag noch!) und ‚Ciao!‘ Auf Rätoromanisch verabschiedet man sich mit ‚Buna saira‘ (Einen schönen Abend), ‚Buna not‘ (Gute Nacht), ‚Dorma bain!‘ (Schlaf gut!), ‚Insömgia alch bel!‘ (Träum was Schönes) und Bun di eir a tai! (Dir auch einen guten Tag!).
Küsschen geben gibt es vor allem unter jungen Leuten und unter Leuten, die sich sehr gut kennen auch ! Dreimal meist, erst links, dann rechts, dann wieder links !
Der Halbmarathon K23 von Klosters nach Davos fand im Rahmen des Swiss Alpine Davos statt. Bis zum Wochenanfang waren 600 Läufer gemeldet.
Es wurden aber mehr.
Gutes Wetter, also von kühl bis leicht warm, hatten wir bestellt.
In den Siedlungsgebieten sollten gut gelaunte Zuschauer auf uns warten.
Die Organisation .... Schweizer Präzision!
Traumhafte Landschaften sollten zu sehen sein.
Wir waren gespannt!
Da wir uns etwas an die Höhe gewöhnen wollten, fuhren wir am Freitag mit der Bahn nach Davos - Dorf und per Zahnradbahn bis auf den Weissfluhjochgipfel in 2662 Meter Höhe.
Eine Kletterpartie auf den letzten Schneeberg vor Ort musste sein.
Samstag-der Wettkampftag.
Gestartet wurde in Kloster Platz am Bahnhof.
Der Bus brachte uns in 5 Minuten genau dort hin.
Alles lief dort entspannt ab. Getränke wurden bereit gestellt und alle freuten sich auf den Lauf. Das tolle Wetter hatten die Schweizer super hinbekommen!
Zunächst ging er erst einmal entlang des Flüsschens und dann in die Berge.
Alles und für jeden Läufer machbar.
Bald merkte ich jedoch, dass meine Trailschuhe ein Mü zu klein waren und ich beim bergab laufen Probleme bekommen würde.
Zunächst konnte ich das beim Hochlaufen in den Bergen noch ausgleichen und hatte Betina wieder eingeholt, aber dann nach "Wolfgang Davos" musste ich sie laufen lassen.
(Tolle Idee der Schweizer, extra einen Ort nach mir zu benennen!)
Hinterher stellte sich heraus, das Schuhwerk hatte ringsherum seinen Geist aufgegeben.
Die Sohle hatte sich gelöst.
Mein linker Zeh war blutunterlaufen. Der rechte förmlich abgewetzt.
5 Tage später hatte ich das Problem mit einer Nadel und Propolis am linken Zeh gelöst.
Den Nagel kann ich vermutlich vorerst retten.
Das Paar Schuhe hat einen Strafplatz am Schuhbaum, meinem Friedhof der ausgelatschen Treter, im Garten bekommen.
Das Warten auf den Zug zurück, versüßten wir uns beim Italiener am Bahnhof mit Eise und einem kalten Bier. Der Preis dafür war der Knaller-wie alles in Davos!
Da der Tag noch jung war, das Wetter so toll, ging es noch einmal für ein paar Stunden quer durch die "halbe" Schweiz in eine Einkaufsmeile mit Superschnäppchen.
Dies zeigte mir, dass Betina reif für den Knappenman ist.
Wer so viele Geschäfte in solch einer kurzen Zeit noch abgrasen kann und vorher 3 Stunden durch die Berge geturnt ist, ist gut trainiert.
Als Belohnung gabs einen nicht besonders gut schmeckenden, eher geschmacklosen 10€ Döner. Der Hunger triebs rein... .
Sonntag-der MTB Tag
Das sollte der Tag werden, der uns in die Berge bringen sollte.
Als ungeübte Bergradler suchten wir uns einen Weg aus, der anstrengend war, aber keine gefährlichen Strecken aufwies. Am letzten Tag konnten wir uns davon überzeugen, dass das wirklich nur die die ganz Harten Jungs so etwas machen.
Also bergauf war schon ein Stück harte Arbeit. Ab dem letzten Stück der legendären
Parsennabfahrt machten wir mehrere Fotostopps, zu schön waren die Aussichten.
Im Tal angekommen ging es den ganzen Weg am Fluß wieder bergauf.
Ein hartes Stück Arbeit.
Ein Zwischenstopp bescherte uns gleich mehrmals eine grandiose Aussicht auf die Fahrt des Zuges aus dem Tunnel. Für Bahner ein Traum!
Die Autostraße mal von unten zu sehn, war auch ein tolles Erlebnis.
Gleich neben einem mit Kuhmist gedüngten Feld hatten die Schweizer einen Abfallbehälter für Hunde... aufgestellt. Mitten in der Pampa. Schweizer Gründlichkeit eben.
Da bis zur Radabgabe noch etwas Zeit war, legten wir ein paar Km entlang der Laufstrecke zurück und machten Rast in einer Bauernstube mit herrlicher Aussicht.
Eiskaffee und für mich zwei Bierchen machten die Anstregungen des Tages vergessen.
Montag, der Bergwandertag!
So war alles nicht geplant. Mein Zeh fühlte sich entzündet an und war blau.
So fasten wir den Entschluss, rein in den Berg.
Also nach Davos und mal sehn, wir hoch wir kommen. Diesmal die andere Seite.
Oben angekommen, sah der Gipfel des 2600 Meter hohen Berges aus, als könnte ich ihn spielend erreichen. Ich schiebs mal auf meinen Zeh und meine nicht kletterfesten Bergtreter!
Auf halben Weg nach oben musste ich passen und entschied mich fürs Blümchen fotografieren und Murmeltiere zu sehn.
Betina zog`s durch.
Hochachtung! 2648 Meter Höhe!
Wieder an der Aussichtsplattform angekommen, stellte sie fest:
Nicht noch einmal! Das war grenzwertig!
Nach einem Gipfelbier entschlossen wir uns die 2.500 Meter nach Davos auf dem MTB Trail nach unten zu wandern.
Wie sich herausstellte, für mich ein Kraftakt der besonderen Art.
(Zeh...)
Aber wo ein Wille ist, da geht auch ein Weg lang.
Mehrmals mussten wir MTB, die rasend ins Tal preschten, ausweichen.
Über 10 Km schnellen Schrittes fast immer bergab.
Meine Blümchen und Mumeltiere-die waren jedoch immer schon weg.
Irgendwo find ich meine Blumenbilder noch!
Das wars dann schon. Keine Zeit sich auszuruhen.
Schnell noch auf der Terasse ein Abendmenü einnehmen, Koffer packen und dann nach einem kräftigen Frühstück am nächsten Morgen um 09:30 Uhr mit dem Hotelbus zum Bahnhof.
Abfahrt kurz nach 10:00 Uhr.
Postkarten schreiben.
Panorama gucken.
Zeitung lesen.
Ausruhen.
Nach 12 Stunden waren wir schon wieder zurück im HVLer Ländle!
Die Post war auch schon da und wir wieder zurück im Alltag!
Der Swiss Apin war 4 Tage 12 Stunden Bewegung!
Noch kein Höhentraining!
Was bleibt an Erinnerung zurück:
1. Ein Ort wurde nach mir benannt!
2 Bikers High!
3. Swiss Alpin - Volltreffer!